Sonntag, 8. Januar 2012

Muckefuck und Bohnenkaffee


Als ich klein war, gab es in der Woche immer nur Muckefuck zu trinken. Auch Kinderkaffee oder Caro (nach der Marke) Kaffee genannt. Ich liebte diesen Kaffee, da er kein Coffein enthielt durfte ich ihn auch trinken. Meistens mit unglaublich viel Sahne und noch mehr Zucker.

Das Bohnenkaffee unerschwinglich war, lies sich besonders an folgender Anekdote festmachen. Meine Eltern hatten Freunde, deren Familie in der damaligen DDR lebten. Zu Weihnachten gab es Geschenke. Ein Jahr baten sie mit einem Brief um eine größere Menge Bohnenkaffee. Diese Forderung wurde von allen als ungeheuerlich angesehen! So eine große Menge Bohnenkaffee konnte man sich doch selbst kaum leisten! Man war entsetzt.

Ein Paket Bohnenkaffee, "der Gute von Jakobs",  wurde zu Weihnachten und Geburtstagen regelmäßig an meine Omas verschenkt. Das war dann etwas ganz besonders.  Meine Mutter dagegen in ihrer sparsamen Art fuhr alle paar Monate nach Aldi um dort Kaffee zu kaufen. Ihrer Aussage nach, schmeckte der "genauso gut". Aldi gab es damals nur selten in größeren Städten und ein Einkauf war ein Erlebnis. Ich erinnere mich an diese Hamsterkäufe noch sehr gut. Oftmals wurden mehr als zwei Einkaufswagen dabei gefüllt. (Natürlich nicht nur mit Kaffee).

Heute trinkt wohl kaum noch jemand Muckefuck. Auch der Pulverkaffee von damals ist aus der Mode gekommen. Heute würden Kaffee-Gourmets wohl nur noch die Nase drüber rümpfen.

Tja, so war das damals. Keine "gute alte Zeit" für Kaffeetrinker

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