Montag, 12. Dezember 2011

Lebensmittelverschwendung: Weihnachten für Alle

Diesen kleinen Artikel habe ich bereits 2009 geschrieben. Er wurde auch bereits an verschiedenen Stellen veröffentlicht. Dieses Jahr war endlich das Thema Lebensmittelverschwendung nach langer Zeit wieder in aller Munde. Aus diesem Grund möchte ich den Artikel noch einmal hier veröffentlichen:







Gestern war die „Fröhliche Weihnachten für Alle" Aktion bei den Tafeln in NRW. Ich nahm das zum Anlass auch mal in meine Schränke zu schauen, ob dort nicht Lebensmittel sind, die wir überhaupt nicht mehr essen werden.
Versteht mich nicht falsch: Kein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum oder irgendetwas anderes fieses. Nur manchmal kaufe ich Lebensmittel falsch ein, die keiner isst.
Eine teure Marmelade, bei der ich mich vergriffen habe. Die Geschmacksrichtung mag ich nicht. Ein Glas Rotwurst, von der ich dachte, mein Mann isst sie. Aber er findet Wurst im Glas nicht lecker. Brühwürste der falschen Marke. Wenn man etwas Geld hat, kann man sich solche Empfindlichkeiten „leisten".....
Da ich am aussortieren war, schaute ich mir auch die anderen Lebensmittel an. O.K., ich bin auch keine besonderes ordentliche Hausfrau. Ich stelle einfach alles in Schubladen, ohne zu sortieren.
Scheinbar denke ich, in nächster Zeit gäbe es weder Champignons in Gläser, noch Tomatenmark in Deutschland zu kaufen. Beides habe ich gehortet. Das ist nicht weiter schlimm. Die Konserven halten sich ja.
Aber ich habe auch viele Lebensmittel mit abgelaufenen Haltbarkeitsdatum entdeckt, die ich aussortiert habe. Und das waren viele Sachen, die wir durchaus essen. Teilweise vergessen, teilweise keine Lust drauf gehabt. Auch diese Verschwendung kann man sich „leisten", wenn man in Deutschland lebt.
Mich machte die Tüte mit den abgelaufenen Lebensmittel doch sehr nachdenklich. Kann ich es mir wirklich „leisten"? Es ist ja eine unglaubliche Verschwendung. Nicht nur meines eigenen Geldes. In diesen Lebensmittel steckt Arbeit, Rohstoffe, Energie. Lebensmittel sind doch ein bisschen MEHR als ein Wegwerfartikel. Auch wenn es wie ein Klischee klingt: Es gibt noch viele Länder auf dieser Erde, wo man sich einen solchen Umgang mit Lebensmittel nicht „leisten" könnte. Wo sie knapp und damit sehr kostbar wären. Selbst vor der eigenen Haustüre, hier in Deutschland, gibt es Menschen, für die diese Sachen ein Geschenk darstellen würden. Und ich schmeiße sie einfach in die Mülltonne, weil ich nicht aufgepaßt habe.
Dabei habe ich mich vor einigen Wochen bei einem Fernsehbericht geärgert, wie Supermärkte mit Lebensmittel umgehen. Wie noch essbare Ware teilweise nicht an Tafel und Co. gehen, sondern im Container landet. Aber ich mache es auch nicht besser.
Im Moment überlege ich, wie ich wenigstens mich ändern kann. Ordnung zu halten ist der Anfang. Noch besser wäre ein System. So wie die Supermärkte es auch machen: Ware mit dem niedrigsten Verfallsdatum kommt nach vorne. Vielleicht fällt mir noch etwas besseres dazu ein. Dann lasse ich es Euch wissen....





Anmerkung: Ich möchte nach zwei Jahren noch etwas Aktuelles hinzufügen: Gegenüber meinem Bürofenster ist ein großes Feld auf dem Lebensmittel angebaut werden. Ich sehe wieviel Zeit, Mühe und auch "Material" dort hineinfließen. Noch schlimmer ist es, wenn ich an meinem Bongert denke und wieviel Aufwand die Verarbeitung von meinem Obst macht. Von daher tut mir jede Verschwendung doppelt weh....

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