Freitag, 11. November 2011

Durch die Straßen auf und nieder...

Als Kind habe ich St. Martin geliebt. Ich konnte kaum laufen, als meine Mutter mich mit nahm zu dem Martiinsspiel.  Wie jedes kleine Dorf am Niederrhein hatten auch wir einen St. Martin zu Pferd. Wie beeindruckt ich war von dem riesigen Schimmel und dem großen Mann in Uniform. Danach gab es auch noch ein Feuerwerk.

Eigentlich ging es ja schon Wochen vorher mit dem Laternen basteln und dem einstudieren der Lieder in der Schule los. Dazu kam noch das von "Haus zu Haus" gehen. Am besten mit jemanden, der ein Instrument spielte. Da gab es mehr Süßes. Ich erinnere mich noch, wie ich nach jedem Zug meine Oma besuchte und ihr meine Erungenschaften zeigte. Sie erzählte mir immer von den Martinstüten, die sie für die Bewohner des Altenheimes packte und wie sehr sich die alten Leutchen über ihren Besucht mit Geschenk freuten. Für mich eine faszinierende Geschichte, besonders da ich mich wunderte, warum meine Oma nicht auch im Altenheim lebte. Schließlich war sie doch mit ihren 50 Jahren wirklich "steinalt".

Irgendwann änderten sich die Zeiten und als Jugendliche waren Martinsumzüge "megaout". Zwar zwang uns die Schule mitzugehen, aber um wirklich cool zu sein, sang man nicht mit. Höchstens noch ein Spotvers. Natürlich sah ich das auch so...jedenfalls nach außen. Insgeheim summte ich weiter die Lieder mit und schämte mich dafür ein bisschen.

Jetzt bin ich älter und viel reifer geworden. Schaue mir wieder Martinsumzüge an, denke dabei an die Abende, in denen ich mit meiner Oma in der Küche saß und ihr voller Stolz meine Süßigkeiten zeigte. Und wenn es dann in meinen Augen verdächtigt glitzert.... das ist nur der Schein der Laternen.

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