Montag, 12. März 2012

Fastfood Hühnerfrikassee




Eigentlich kein eindeutiges niederrheinisches Gericht. Eher ein Klassiker der deutschen Küche. (Varianten gibt es allerdings auch in unseren Nachbarländern.) Da es aber Hühnerfrikassee bei uns und der Verwandtschaft häufig gab, zähle ich es einfach mal zur lokalen Küche. Und gebe hiermit Omas und Mutters Rezept weiter. Andere Omas und Mütter haben andere Rezepte, die ich hier leider nicht berücksichtigen kann.

Hühnerfrikassee zählt es für mich zum Fastfood. Ich sehe jetzt schon bei einigen Leuten die Köpfe schütteln. Aber es geht wirklich ganz schnell. 


Anmerkung: Da ich nur für zwei Personen koche, mache ich kein ganzes Huhn. Was später das auseinanderrupfen einfacherer macht und das kochen verkürzt. Mag man es fettarm, kann man die Hühnerbrust verwenden. Möchte man lieber einen intensiveren Geschmack geht es auch mit Hühnerbeinen.

Tag 1:
Ich schaue fern. Meine Lieblingsserien. Dr. House, White Collar oder so etwas in der Art. Hauptsache die Serie läuft im Privatfernsehen und es gibt einige Werbepausen. In den Pausen schmeiße ich die Hühnerschenkel in einem Topf mit Wasser (so das sie gerade bedeckt werden). Dazu eine Zwiebel (aufgeschnitten, darin gespickt eine Nelke), ein kleines Lorbeerblatt und ein paar Pfefferkörner. Das ganze lasse ich bei mittlerer Temperatur blubbeln. So eine dreiviertel Stunde lang. Dabei kucke ich weiter fern. Dann mache ich den Topf aus, zupfe das Lorbeerblatt heraus (ist sonst zu intensiv) und stelle den Topf kühl bis zum nächsten Tag. Ich finde, man sollte die Brühe immer einen Tag vorher zubereiten, damit sie noch ziehen kann.



Tag 2:

Ein Teil der Brühe friere ich ein für spätere Gerichte. (Wichtig: Nicht die kostbare Brühe wegschmeißen! Sie ist besser als jeder Brühwürfel). Dann wird das Fleisch rausgefischt und klein gezupft.  In die Brühe kommt je nach gewünschter Kalorienzahl Milch, Sahne oder eine Mischung von beidem.

Nun kommt die große Gewissensfrage wie man weiter vorgeht.

 Hat man keine Zeit und Lust bindet man schnell die Soße mit einem industriellen  Soßenbinder. Dann öffnet man eine Dose Champignons und Spargel und schmeißt beides (bei meiner kleinen Portion eher zur Hälfte) in die Soße. Würzen mit Salz/Pfeffer/Worcestersoße. Wenn es nicht mehr kocht (sehr wichtig, sonst grisselt es!): Mit einem Eigelb abziehen. 

In der Zeit in der man das macht, ist noch nicht einmal der Reis gar, so schnell geht das. Fertig ist das Fastfood.

Halt, nicht so schnell!! Das geht natürlich flott, aber Gourmets raufen sich gerade die Haare. Also noch einmal von vorne. Nein, nicht ganz von vorne. Wir beginnen noch einmal mit der Verarbeitung der bereits fertigen Brühe.

Nur das jetzt statt den Soßenbinder ein klassiche Mehlschwitze (Mehl mit Butter erwärmen und langsam Brühe reingießen) verwenden. 

Der Spargel kommt dann natürlich auch frisch (notfalls tiefgefroren) in die Soße. Muss ca. 20 Minuten mitziehen, damit er gar wird. Natürlich vorher kleinschneiden. 

Die frischen Champingons sind vorher anzudünsten. 



Also ab mit ihnen in die Pfanne....


ein bisschen Wasser dazu, damit sie nicht anbrennen....



sehen sie so aus, ab damit ins Frikassee.

Auch hier das würzen (wie oben) und abziehen mit Eigelb nicht vergessen.

Jetzt sind wir auch mit der Gourmet Version fertig.

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